Henkersteg und Henkerhaus

Spannende Einblicke in das Leben und Wirken der Nürnberger Henker im Henkermuseum. Heute ein romantisches Fotomotiv - früher ein Ort von Krankheit und Unrat

Das Museum Henkerhaus

Henkermuseum - Nürnberg Sehenswürdigkeiten

Etwa 400 Jahre lang bis 1806 lebten die städtischen Henker von Nürnberg im Henkerhaus. 2007 hat der Verein “Geschichte für Alle e.V.” die ehemalige Dienstwohnung des Henkers, liebevoll und sehr informativ zu einer Ausstellung der Kriminalgeschichte von Nürnberg eingerichtet.

Die ehemalige Dienstwohnung der Nürnberger Henker und ihrer Gehilfen wurde im 15. Jahrhundert in den alten Wehrgängen der Stadt eingerichtet. Der Nürnberger Henker, Franz Schmidt, führte im 16. Jahrhundert ein ordentliches Tagebuch über alle seine Hinrichtungen, Folterungen und andere Bestrafungen.

Dank diesen Informationen kann man sich heute ein recht genaues Bild vom Rechtswesen des Mittelalters machen.


Romantische Wohnräume über der Pegnitz

Henkerhaus - Nürnberg Sehenswürdigkeiten
Die Dienstwohnung des Henkers

Romantisch spannen sich die Wohnräume des Henkerhauses auf einer Bogenbrücke als gedeckter Wehrgang direkt über den Pegnitzfluss. Wasserturm und Henkerturm stehen beschützend am Anfang und Ende der Henkerwohnung.

Könnte man heute das Henkerhaus kaufen oder mieten, so wäre es bestimmt ein begehrtes Objekt.


Der Henkersteg führt zur Dienstwohnung des Henkers

Henkersteg - Nürnberg Sehenswürdigkeiten
Der Henkersteg

Der Henkersteg ist eine überdachte Holzbrücke und führt ebenfalls über die Pegnitz, zum Henkerturm - dem Eingang zum Henkerhaus.

Der Henkersteg wurde um 1320 als Verbindung der nördlichen Altstadt - Sebald - und der südlichen Altstadt - Lorenz - gebaut. Die angrenzende Wohnung des Henkers wandelte - knapp 100 Jahre später - den Namen vom “Langen Steg” zum “Henkersteg”


Der Henkerturm

Henkerturm - Nürnberg Sehenswürdigkeiten
Der Henkerturm

Anders als der viereckige Wasserturm ist der Henkerturm kleiner und von runder Bauweise. Er gehörte vor der Staderweiterung mit zur Stadtbefestigung an der Stadtmauer. Mitten in der Pegnitz steht er auf der kleinen Trödelmarktinsel, die zu Henkerszeiten noch “Säumarkt” hieß. Der Schweinemarkt, die Fleischbank und das Fleischhaus hatten hier im 16. Jahrhundert ihren Platz.

Heute ist die Trödelmarktinsel einer wunderschöner kleiner Platz inmitten der Stadt. Kleine exklusive Läden und Häuser, eine Kunstgalerie, gemütliche Cafes und abwechslungsreiche Gastronomie laden zum Entspannen und Genießen ein.


Der Wasserturm am Henkerhaus

Henkersteg Wasserturm - Nürnberg Sehenswürdigkeiten
Der Wasserturm am Henkerhaus

Der große viereckige Wasserturm ragt majestätisch zwischen Weinstadel und Henkerhaus empor. Scharten und kleine Fenster zeugen noch von seiner Funktion als Stadtmauerturm. Wie auch den Henkersteg, erbaute man den Wasserturm etwa 1320.

Die Stadt Nürnberg entwickelte sich prächtig im 16. Jahrhundert und wurde immer größer. Die Stadtfestigung wurde erweitert und der Turm verlor seine Verteidigungsfunktion. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurde er und der Henkerturm dann als Gefängnis genutzt.


Aus dem Siechenhaus wird der Weinstadel

Weinstadl am Henkerhaus - Nürnberg Sehenswürdigkeiten
Der Weinstadl

So romantisch wie heute die Lage scheint, war sie aber zu Lebzeiten der Henker keinesfalls. Schlachtbänke, Siechenhäuser, öffentliche Bedürfnisanstalten und eigentlich alles was stinkt und unangenehm ist, umgaben die Henkerwohnung.

Aus dem damaligen Siechenhaus für Leprakranke wurde zum Ende des 16. Jahrhunderts der “Weinstadel”, da das städtische Weinlager im Erdgeschoß seinen Platz fand. Die anderen Stockwerke wurden für Kranke, arme Familien und Handwerker eingerichtet. Das Siechenlager erwies sich im Laufe der Zeit als unrentabel.

Das zweigeschossige Fachwerkhaus ist eines der größten seiner Art in Deutschland. Unter dem beeindruckenden Satteldach befinden sich weitere drei Stockwerke. Der Weinstadel wurde nach dem zweiten Weltkrieg aufwändig renoviert und beherbergt heute ein wunderschönes Studentenwohnheim mit einer eigenen Mensa.


Weitere Informationen zum Henkermuseum

Öffnungszeiten

April bis Dezember | Samstag und Sonntag 14 - 18 Uhr
und Gruppen jederzeit nach Voranmeldung

Preise

Eintritt: 2,- € / ermäßigt und Gruppen ab 10 Personen 1,- €

Adresse

Henkerhaus - Trödelmarkt 58 - 90403 Nürnberg